Wie jeden Sommer veranstaltet McDonalds wieder ein Gewinnspiel. Das nicht nachvollziehbare Monopoly-Thema ist diesmal der EM gewichen, das Prinzip ist jedoch das selbe: Auf Cola oder Fritten befinden sich Rubbelfelder, die sogenannte Sofort- oder Sammelgewinne verbergen.
Sofortgewinne beschränken sich auf Werbegeschenke, daher betrachte ich sie nicht weiter. Ich hab’s auf die Sammelgewinne abgesehen. Um einen der höherpreisigen Gewinne zu erzielen, muß man nämlich zwei zueinander passende freigerubbelte Felder finden, also z.B. Teil 1 und Teil 2 des TFT-Fernsehers. Dieses Sammel-Konzept gibt es schon länger, ich finde es aber immer noch genial. Für den Gewinnspiel-Veranstalter hat das unglaubliche Vorteile:
- Verzicht auf Nieten. Man kann alle herkömmlichen Lose mit der Aufschrift “leider kein Gewinn” einfach in “Hauptgewinn 1. Teil” umbenennen, ohne daß sich dadurch der Erwartungswert des Gewinnspiels ändert. Der Kunde hat dadurch ein viel besseres Gefühl als bei einer Niete, denn er hat ja schon die erste Hälfte für den Hauptgewinn gewonnen. Mehr noch, wahrscheinlich wird er angespornt sein, durch den Kauf weiterer Lose auch noch den zweiten Teil zu bekommen, obwohl er eigentlich nur eine Niete in der Hand hält.
- Gewinne, die nicht abgeholt werden. Gehen wir mal davon aus, daß Teil 1 die verkappte Niete darstellt, und Teil 2 eigentlich der Gewinn, der entsprechend selten vorkommt. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht schlecht, daß derjenige, der den wertvollen zweiten Teil freirubbelt, diesen nicht ernstnimmt und wegschmeißt, genau wie alle ersten Teile einzeln im Papierkorb landen. Ergo: McDonalds muß ein TFT weniger auszahlen.
- Werbung im Portemonnaie. Ähnlich wie die ubiquitären Rabattgutscheine wirkt jede aufgehobene Rubbelkarte als ständige Erinnerung: Geh doch mal wieder zu McDonalds!
Als ich Kind war, gab es auf unserem lokalen Volksfest einmal eine Losbude mit A-, B- und C-Losen (und Jokern, die jedes Los ersetzen können). Nur, wer alle drei Lose vorweisen konnte, konnte einen Hauptgewinnen sein eigen nennen. Einzelne Lose berechtigten nur für einen wertlosen Preis (ich erinnere mich noch an Aufkleber, Kugelschreiber, usw.). Ich habe mein ganzes Taschengeld in diese Losbude versenkt, aber natürlich fehlte immer genau ein Los. Als das Volksfest abgebaut wurde, fragte ich den Besitzer, wieviele dieser seltenen Lose und Joker denn nun enthalten seien. Seine Antwort: 2 seltene, 3 Joker. Das war mein letztes Los, was ich jemals gekauft habe.
Wie ist denn der Stand der Dinge bei Webseiten, die Lospaare matchen? Gibt es da was allgemeines (für alle derartigen Spiele), oder wenigstens was spezielles?
Vermutlich lohnt der Aufwand nicht, weil die Wahrscheinlichkeit, dass der Finder des Gewinn-Teils auch noch Internetnutzer ist zu gering ist?
Björns Vorschlag versteh ich nicht ganz, zumindest den Nachsatz nicht, aber prinzipiell halte ich diese ganzen Aktionen auch nur für Augenwischerei. Kann mir aber durchaus vorstellen, dass sowas für die Anbieter äußerst lukrativ ist, denn wie schon erwähnt, wird man sowohl durch das Spiel als ja auch durch die ständige Erinnerung an den Anbieter doch sehr stark an diesen gebunden. Zumindest für eine Weile. Naja, Spaß macht’s trotzdem ein bischen und wenn ich auf meiner Cola dann noch einen Gutschein für ne Gratis-Eistüte finde stört mich das auch nicht weiter.
Wer sich über eine Eistüte oder eine Apfeltasche freuen kann, für den sind solche Spiele völlig in Ordnung. Wer allerdings glaubt einen der hohen Gewinne abzuräumen, der sollte mal langsam wach werden, oder kennt ihr jemanden der mal was anderes gewonnen hat.