Experience 112

Angespornt vom Laune machenden Bericht im c’t hab ich mir die Demoversion des ungewöhnlichen Adventures “Experience 112″ angesehen. Athmosphärisch erinnert mich das Spiel an eine Mischung von Portal (gemeint ist das C64-Urgestein), System Shock, Alone in the Dark und Bad Mojo. Man kann die Hauptfigur, die Überlebende eines mißglückten (mutmaßlichen) Experiments auf einem Forschungsschiff, nicht direkt steuern, sondern hat nur Zugriff auf ein Netz von Überwachungskameras, durch die man das Geschehen mitbekommt. Durch Aktivieren und Deaktivieren von Lichtern, Türen und anderen mit Strom betriebenen Appliances lockt man die Protagonistin von Raum zu Raum.

An der Umsetzung hapert es aber meines Erachtens massiv. Nicht nur sind die Räume sehr unübersichtlich und man checkt gar nicht, was die Protagonistin gerade entdeckt hat – schon weil man regelmäßig gerade eine falsche Kamera gewählt hat. Auch das User-Interface ist extrem kluttered und eigentlich das beste Beispiel dafür, daß das Konzept Fenster sich im Zusammenhang einer GUI einfach überholt hat. In kürzester Zeit hat man diverse Kameras, Logins, E-Mails, Dateien etc. offen und wüscht sich sehnlichst eine Expose-Funktion. Oder auch einfach ein für Spiele ganz normales User-Interface ohne Fenster. Die indirekte Steuerung der Spielfigur verlangt dem Spieler einiges an Geduld ab: Die Demo besteht eigentlich nur aus einem eher banalen Rätsel, dessen Lösung von Anfang an klar ist. Aber eine Stunde sollte man sich trotzdem Zeit nehmen.

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