Lord of the Rings Online
Saturday, September 22nd, 2007Ich habe in den letzten Tagen noch ein bißchen Zeit in LOTRO gesteckt. Außerhalb der “Intro-Welt” sind einige meiner Kritikpunkte nicht mehr gültig. Als erstes sei hervorzuheben, daß LOTRO sehr wohl eine große, durchgehende Karte besitzt. Man kann also ohne Bruch von Hobbingen nach Rivendell spazieren, und das dauert ohne Pferd sicherlich 2 Stunden Spielzeit! Und ratet mal, was ich gemacht hab? Ich habe meinen Mittelerde-Atlas herausgekramt und habe ein wenig Sightseeing gemacht. Das erste Ziel war Bags End, die Wohnung von Bilbo und Frodo. Ein ehrenswertes Gefühl, auf Bilbos Apfelplantage Äpfel pflücken zu dürfen… Und - etliche Stunden später - die Aussicht von der Wetterspitze ist umwerfend (wenn da nicht ständig dieses schlechte Wetter wäre…).
Die Quests geben einem sehr viel Spielraum. So gibt es eine durchgehende Hauptstory, die von Quests getrieben wird. Wenn man will, stürzt man sich einfach auf diese Hauptquest und läßt die kleinen Wehwehchen der Bürger links liegen. Wobei mir auch die kleinen Quests sehr viel mehr Spaß gemacht hat als noch in der Intro-Welt, denn man lernt die Leute richtig kennen. Wer mit wem im Streit liegt, etc. Da gibts auch echt witzige Quests, z.B. soll man im Auenland Nahrungsmittel von A nach B transportieren, dabei aber den überall vorhandenen “Hungrigen Hobbits” aus dem Weg gehen. Jaja, Hobbits essen halt gerne…
Sogar Streicher habe ich getroffen, aber der wollte mir aufgrund meines niedrigen Levels noch keine Aufgabe geben.
Man kann aber auch sogenannte “Deeds” sammeln, z.B. alle Ruinen von Eriador besuchen oder alte Stätten der Dunedain aufsuchen. Belohnungen bleiben jedenfalls nicht aus.
Es bleibt natürlich dabei, letztendlich gibt es nur die Elemente: Besiege Monstergruppe, Rede mit X, Finde Gegenstand Y, Transportiere Gegenstand Z von A nach B. Aber in Gothic II gabs auch nur diese Elemente, und trotzdem waren die Quests genial. LOTR kommt nicht ganz an diese Quest-Qualität, was aber weniger an den Aufgaben(-Ketten) hängt sondern eher an der teilweise lieblosen Formulierung der Texte. Auch die von Gothic II bekannte Alternativen-Vielfalt fehlt bei LOTRO, es gibt zwar viel zu tun aber man kann scheinbar alles machen, muß sich also nie entscheiden.
Insgesamt kommt bei dem Spiel richtig Athmosphäre auf, was natürlich vor allem Tolkien zu verdanken ist. Ich bin versucht, nach der Demo-Zeit zu subscriben. Auf alle Fälle toppt das Spiel in meinen Augen World of Warcraft und (wenn man das überhaupt vergleichen kann) Guild Wars.
Ach ja, ab Level 10 kann man einen Monster-Charakter erschaffen und in instantiierten Quests (Raids) gegen die Menschen kämpfen!